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Kraniche in Israel: Lieblingsort für Vielflieger

Veröffentlicht am 09.02.2021

Jedes Jahr wieder überwintern Kraniche in Israel.

Foto: Mark Neyman, GPOJedes Jahr wieder überwintern Kraniche in Israel. Foto: Mark Neyman, GPOZwischen Oktober und Mai wird es voll im Hula-Tal im Norden Israels. Millionen Zugvögel, darunter auch viele Kraniche, nutzen das Naturreservat zur letzten Rast vor dem anstrengenden Flug nach Afrika. Und Hunderttausende fliegen gar nicht erst weiter sondern verbringen den Winter in Israel. Das wurde mitunter für die dortigen Bauern schwierig.

Was für ein herrlicher Ort, um als Kranich den Winter zu verbringen!

Europas Kraniche haben Israel als Lieblingsreiseziel entdeckt. Das Hula-Tal ist besonders begehrt. Inzwischen landen hier jedes Jahr rund 100.000 europäische Kraniche, über 30.000 der Kraniche gefällt es so gut, dass sie auf den Weiterflug in den Sudan und nach Äthiopien gleich ganz verzichten und die bevorstehenden Wintermonate einfach im Heiligen Land verbringen – vor 20 Jahren registrierte man nur 5.000 Kranich-Wintergäste.

So ist das mit Kranichen. Sie sind treue und gesellige Tiere. Gefällt ihnen ein Ort, kommen sie gerne wieder – und bringen dann mitunter einen mehrere tausend Vögel großen Zugschwarm mit.

Die Kraniche tanzen

Mit erstaunlicher Eleganz und Leichtigkeit drehen sich immer wieder einzelne der 1,30 Meter großen Vögel wie Ballerina auf der Bühne, springen in die Luft, schlagen mit den Flügen und rennen im Kreis. Der Tanz der Kraniche hat die Menschen immer schon fasziniert – und gehört zu den besonderen Attraktionen im Hula-Tal.

Während der Kranich-Hauptsaison ist die Geräuschkulisse im Tal der Vögel oft ohrenbetäubend. Die Kraniche sind besonders geschwätzig und laut. Mit idyllischem Vogelgezwitscher hat das Geschrei der stimmgewaltigen Tiere allerdings nichts zu tun. Ihre durchdringenden Rufe klingen wie Trompeten und sind bereits frühmorgens zum Sonnenaufgang zu hören. Selbst in den frühen Nachtstunden wird noch munter weiter trompetet.

Für die israelischen Bauern im Hula-Tal ist der Kranich-Tourismus nicht nur akustisch eine echte Plage. Denn die bis zu sieben Kilo schweren Vögel, deren Flügel eine Spannweite von zwei Metern aufweisen können, sind zwar harmlos, verfügen aber über einen guten Appetit. Ganze Felder wurden schon kahlgefressen.

Kraniche: Catering für die Tänzer

Was tun? Vogelliebhaber, Naturschützer und Bauern fanden vor einigen Jahren eine Lösung: Kontrollierte Fütterung. Zweimal am Tag bringt ein Traktor während der Kranich-Hauptsaison rund sechs Tonnen Mais auf ein großes, ungenutztes Feld.

340.000 Euro kostet das besondere Catering-Projekt jährlich. Die Ausgaben für die Kranich-Fütterung werden von Bauern, dem Landwirtschaftsministerium und dem Nationalpark gemeinsam übernommen.

Seitdem können Kraniche ihren Israel-Urlaub mit Halbpension genießen.

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