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Akko – Wo Napoleon den Hut verlor

Veröffentlicht am 05.01.2021

Blick von Akko zum Meer.
Foto: Ri ButovBlick von Akko zum Meer. Foto: Ri ButovDie Geschichte der Hafenstadt Akko in Israel und ihrer berühmtesten Besucher. Schon Napoleon beehrte die Hafenstadt mit seinem Besuch. Auch wenn der Belagerer eher nicht willkommen war und schließlich geschlagen wieder abziehen musste. Aber nicht nur Napoleon war bei Akko zu Besuch: Auch Alexander der Große, der heilige Franz von Assisi und andere historische Personen waren hier anzutreffen.

Da platzte Napoleon der Kragen!

Solch einen Misserfolg war der Imperator nicht gewohnt. 61 Tage lang hatte er Akko nun bereits belagert und noch immer zeichnete sich kein Erfolg ab! Frustriert schleuderte Napoleon seinen Hut ins Meer, verkündete: „Wer Akko erobert, erobert die Welt!“ – und zog ab.

So berichtet zumindest die Legende vom Ende des erfolglosen Eroberungsversuchs von Akko. Tatsache ist jedenfalls, dass Napoleon bei seinem Abzug nicht einmal seine Kanonen mitnahm. Sie stehen noch heute auf dem Festungswall von Akko.

Die uralte Festung in Galiläa an der Küste des Mittelmeeres war einst eine wichtige Hafenstadt und damit eines der erfolgreichsten Handelszentren der damaligen Welt. Erst mit dem Aufkommen der Dampfschiffart im 19. Jahrhundert endete diese Ära für Akko – die großen Schiffe konnten im Hafen nicht anlegen. Heute ist Akko bekannt für seine Eisenverarbeitungsindustrie.

Stelldichein der Eroberer und Geistlichen in Akko

Nicht nur Napoleon stattete der ehrwürdigen Hafenstadt Akko einen Besuch ab. Auch viele andre historische Personen der Weltgeschichte waren hier im Laufe der Jahrtausende anzutreffen. Darunter Alexander der Große, Richard Löwenherz, Evangelist Paulus, der heilige Franz von Assisi, der berühmte jüdische Gelehrte und Arzt Maimonides und der verehrte Rabbi Moshe Luzato.

Heute lockt Akko vor allem Touristen an. Aus nachvollziehbaren Gründen. Die geschichtsträchtige Altstadt fasziniert mit einer einzigartigen Festungsmauer, kombiniert mit atemberaubendem Meeresblick – Akko ist auf einer Landzunge gelegen.

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Während die Neustadt der insgesamt knapp 48.000 Einwohner großen Stadt mehrheitlich eine jüdische Bevölkerung aufweist, wohnen in Akkos Altstadt fast ausschließlich israelische Araber. Akkos Altstadt ist einer der orientalischsten Orte Israels und wurde 2001 zum Weltkulturerbe erklärt.Vertreter der verschiedenen Religionen hinterließen Spuren in Akko - beispielsweise die Al-Seituna-Moschee. Die Altstadt gilt als einer der orientalischsten Orte Israels.Vertreter der verschiedenen Religionen hinterließen Spuren in Akko - beispielsweise die Al-Seituna-Moschee. Die Altstadt gilt als einer der orientalischsten Orte Israels.

Akko, Stadt mit vielen Gesichtern und Weltkulturerbe

Akko hat viele Gesichter, denn die Vertreter der verschiedenen Religionen, Länder und Jahrhunderte haben hier ihre jeweils eigenen Fußabdrücke hinterlassen. Eine Vielzahl der architektonischen Elemente sind fast vollständig erhalten geblieben. Neben ihren Festungen und Burganlagen bietet Akko beeindruckende Synagogen, prächtige Kirchen und gewaltige Moscheen.

Nicht weniger sehenswert sind die bunten orientalischen Märkte und der Hafen der Stadt, besonders der Fischereihafen, wo täglich die Meeresfrüchte frisch geliefert werden, die man am Abend in einem der zahlreichen lokalen Restaurants genießen kann.

Dazu kommt, dass Akko in den meisten Monaten des Jahres mit angenehmen Wetter verwöhnt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Gefragt ist vor allem Wassersport. Kein Wunder: Akko bietet auch einen der schönsten Strände des Landes, den der feine und weiche Sand aus dem Nil-Delta erreicht.

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Der Fluch der Pharaonen

Akkos überlieferte Geschichte beginnt mit einem hässlichen Fluch. Jedenfalls ist diese Verwünschung der frühste schriftlich Beweis für die Existenz des Ortes. Der Name Akko findet sich auf einer ägyptischen Tontafel aus dem 15. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Archäologen fanden heraus, dass es sich bei dieser Tontafel um eine Fluchtafel der Pharaonen handelt. Auf solche Tafeln schrieben Magier boshafte Verwünschungen, die sich entfalten sollten, wenn die Tafel zerbrochen wurde.

Israels Verbindung mit Akko beginnt zu Moses Zeiten. Als Kanaan unter den israelitischen Stämmen aufgeteilt wird, fällt Akko dem Stamm Asser zu. Rund 701 Jahre vor unserer Zeitrechnung zieht dann allerdings Assyrer-König Sanherib in Juda ein.

333 Jahre vor unserer Zeitrechnung wird Akko von Alexander dem Großen erobert und von Griechen besiedelt. Aber auch Juden leben weiterhin in Akko – allerdings in zunehmend feindlicher Umgebung.

Aufstand gegen Unterdrücker

Rund 60 Jahre vor Christi Geburt beginnt die römische Herrschaft im jüdischen Land. 120 Jahre später kommt es zu Pogromen und zum Aufstand. Zwischen den Jahren 66 bis 68 werden allein in Akko 2.000 jüdische Bewohner ermordet.

Die römische Provinz Judäa wird umbenannt. Der neue Name: „Palästina“. Historiker vermuten, dass Rom damit die Juden demütigen und ihre Verbindung zum Land schwächen wollte. Doch weiterhin leben viele Juden in Akko und anderen Gebieten.

Im Jahr 380 erklärt der oströmische Kaiser Theodosius I. den christlichen Glauben zur offiziellen Staatsreligion. Auch Akko wird zu einer überwiegend christlichen Stadt mit eigenem Bischof. Im Jahr 640 erkämpfen sich allerdings Muslime die Herrschaft über Akko, bis im Jahr 1104 Kreuzfahrer die Stadt erobern. Akko wird zum wichtigen Handelszentrum.

Rund 80 Jahre später fällt die Stadt wieder in die Hände der Muslime, wird aber später von Richard Löwenherz erobert. 1291 erkämpfen sich erneut muslimische Truppen die Stadt, die Mamluken. Die neuen Herrscher zerstören die Stadt allerdings in weiten Teilen und Akko verfällt zu einem kleinen, namenslosen Dorf – für 400 Jahre. 1517 wird Akko schließlich Teil des Osmanischen Reichs.

1750 rebelliert Beduinenführer Dhaher al-Omar gegen die türkischen Herrscher. Er erobert die gesamte Region Galiläa und lässt sich in Akko nieder.

Akkos Altstadt lädt mit verwinkelten, engen Gassen zum Bummeln ein.Akkos Altstadt lädt mit verwinkelten, engen Gassen zum Bummeln ein.

Aufstieg und Verfall

Al-Omar befestigt die Stadt, erneuert die Mauern und restauriert den Hafen – bis er 15 Jahre später von einem türkischen Offizier überwältigt und exekutiert wird.

Der türkische Offizier hält jetzt die Geschicke der Stadt und der Region in seinen Händen. Er lässt die Schutzmauern weiter ausbauen und errichtet ein Aquädukt, um Akkos Trinkwasserversorgung zu verbessern.

Rund 30 Jahre später rückt Napoleon an. Der französische Imperator belagert Akko 1799. Ohne Erfolg. Mehr Glück hat 1831 Ibrahim bin Muhamad Ali Pasha. Er erobert die Stadt und die Region an der Spitze einer ägyptischen Streitmacht und schlägt sein Hauptquartier in Akko auf. Knapp zehn Jahre später rückt ein vereinter Flottenverband aus englischen, türkischen und österreichischen Schiffen zum Angriff an. Der Krieg zieht sich jahrelang hin, bis Ibrahim Pasha die Stadt verlässt.

1918 erobern die Briten das Land. Sie wählen allerding Haifa zum wichtigsten Stützpunkt – und damit verliert Akko seine Bedeutung.

Als gemäß UN-Teilungsplan im Jahr 1948 der moderne Staat Israel ausgerufen wird, greifen noch in derselben Nacht fünf arabische Armen den jüdischen Staat an. Doch der Angriff misslingt. Israelische Streifkräfte nehmen bereits drei Tage später unter anderem Akko ein, ehe es zu einer Waffenstillstandsvereinbarung mit den arabischen Ländern kommt.

Ausgesuchte Tipps & Touren in Akko

Akko hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. Diese fünf Ziele sind besonders empfehlenswert.

  • Der Templer-Tunnel

Der Tunnel reicht bis hin zu Akkos Hafen.Der Tunnel reicht bis hin zu Akkos Hafen.Die Templer waren ein militärischer Mönchorden, der Kreuzfahrer und Kranke beim Besuch heiliger Orte unterstütze. Die Ordensbrüder siedelten zunächst auf dem Tempelberg in Jerusalem, als Beschützer des Heiligtums. Nach der Einnahme Jerusalems durch Saladin 1187 verlegten sie ihren Sitz nach Akko. Dort errichteten sie eine Festung – das stärkste Gebäude der Stadt. Zur Anlage gehörte ein 150 Meter langer Tunnel, der von der Festung zum Hafen führte. Der Tunnel kann besichtigt werden.

  • Museum „Schätze in der Mauer“

Das Museum befindet sich mitten in der östlichen Altstadtmauer von Akko. Zu sehen gibt es historisches Kulturgut der Stadt. Das Museum ist für Kinder geeignet. Es können Führungen unter Begleitung eines Schauspielers gebucht werden, der die ausgestellten Objekte zum Leben erweckt und den Museumsbesuch zur Zeitreise in die Vergangenheit macht.

  • Or-Torah-Synagoge

Die auch als „La Dschariba“ bezeichnete Tunesische Synagoge im Zentrum Akkos ist weltweit die einzige ihrer Art. Es gibt innen und außen über vier Etagen prächtige Mosaikarbeiten, das Ergebnis von 54 Jahre Arbeit. Die Synagoge verfügt er sieben Toraschreine. Die Mosaiken und die Glasfenster der Synagoge erzählen die Geschichte des jüdischen Volkes und des Landes. Ein Besuch der Synagoge ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Tel. +972-4-9818451 oder +972-4-991-5979. Sie finden die Synagoge an der Kaplanstr. 13.

  • Der Strand

Bringen Sie die Badehose mit!

Akko bietet einen der schönsten Strände Israels. Zu verdanken ist das dem feinen Sand, der aus dem Nils-Delta hierher gelangt.

  • Akko extrem

Akko: Vogelperspektive im Extremsportpark.Akko: Vogelperspektive im Extremsportpark.Im Etgarim Park finden sich alle Arten von Extremsportanlagen, darunter die höchsten Kletteranlagen im gesamten Nahen Osten und eine zehn Stockwerke hohe Bungee-Jumping-Plattform. Auch für kleinere Kinder gibt es hier bereits „Extremsport“-Angebote.

Shalom Hagalil 3,

Tel. +972-1-700-556-070

Beim Besucherzentrum gibt es Stadtpläne und Termine.

Weizmannstr. 1

info@akko.org.il

Stadtrundgänge können unter Tel. +972-4-9956707 gebucht werden.

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