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Blick in die aktuelle ISRAEL Ausgabe

4 Besonderheiten der Grabeskirche und ein Geheimtipp

Veröffentlicht am 15.09.2020

Blick auf die Ädikula, die Kapelle über dem Grab Jesu, in der Grabeskirche in Jerusalem.Blick auf die Ädikula, die Kapelle über dem Grab Jesu, in der Grabeskirche in Jerusalem.In der Grabeskirche treffen viele verschiedene Konfessionen aufeinander. Das kann schon mal zu Unstimmigkeiten führen. Früher haben die Mönche ihre Meinungsverschiedenheiten teilweise mit den Fäusten ausgetragen. Dann mussten die Hüter der Schlüssel schlichtend eingreifen. Und das, obwohl in der Kirche eigentlich rund um die Uhr gebetet wird. Außerdem noch ein Tipp, der Gold wert ist.

Die Reportage zur Grabeskirche finden Sie im ISRAEL Reisemagazin Ausgabe Juli 2020.

Licht und Schatten in der Grabeskirche

Jeden Morgen klopft Herr Nusseibeh an die geschlossene Pforte der Grabeskirche in der Altstadt Jerusalems. Dann öffnet sich eine Klappe. Ein Mönch grüßt und schiebt eine Leiter durch die Luke an der Tür. Herr Nusseibeh grüßt zurück, stellt die Leiter auf und klettert mit einem großen Schlüssel bewaffnet zum oberen Schloss der riesigen Eingangstüre der Grabeskirche. Danach sperrt er das untere Schloss auf. Abends wiederholt sich das Ritual in umgekehrter Reihenfolge. Schon seit mehreren Jahrhunderten hütet die Familie von Herrn Nusseibeh die Schlüssel zum Eingang der Grabeskirche, gemeinsam mit Familie Joudeh.

Hüter der Schlüssel der Grabeskirche

Blick zur Kuppel der Grabeskirche in Jerusalem. Blick zur Kuppel der Grabeskirche in Jerusalem. Die beiden muslimischen Familien hüten nicht nur den Schlüssel zur Grabeskirche, sondern sorgen auch für Frieden zwischen den sechs verschiedenen christlichen Konfessionen, die sich die Grabeskirche teilen. Denn leider verläuft das überkonfessionelle Zusammenleben der Christen in der Grabeskirche nicht immer konfliktfrei. Mitunter trugen die Mönche der verschiedenen Orden ihre Meinungsverschiedenheiten sogar mit Fäusten aus.

Grabeskirche: Heim für sechs verschiedene Konfessionen

Die Konflikte der Grabeskirchen-Bewohner erschweren leider auch immer wieder dringend notwendige Sanierungsarbeiten an der Grabeskirche. Zum traurigen Symbol für die Streitigkeiten wurde eine Holzleiter, die im 19. Jahrhundert an der Fassade über dem Hauptportal der Grabeskirche aufgestellt wurde. Weil nicht klar war, wer für die nutzlos gewordene Leiter zuständig ist, wurde sie nie wieder entfernt.

Baukunst in der Grabeskirche in Jerusalem.Baukunst in der Grabeskirche in Jerusalem.In der Grabeskirche residieren Mönche der griechisch-orthodoxen Kirche, der römisch-katholischen, der armenisch-apostolischen und der syrisch-orthodoxen Kirche, außerdem Kopten und Mönche der äthiopisch-orthodoxen Kirche – letztere leben sehr bescheiden auf einem Dach der Grabeskirche. Protestantische Konfessionen sind nicht vertreten. Die Aufgaben und Zuständigkeitsbereiche der verschiedenen Mönche und Konfessionen in der Grabeskirche sind streng aufgeteilt. Die Hauptverwaltung liegt in den Händen der Griechen, Katholiken und Armenier. Ebenfalls genau geregelt ist, wer wann wo wie lange beten darf. Tag und Nacht. Denn gebetet wird in der Grabeskirche rund um die Uhr, die Mönche aller Konfessionen bleiben auch nachts in der Kirche.

Zu den architektonischen Besonderheiten der Grabeskirche gehört die große Kapelle im Inneren – die sogenannte Ädikula. Diese „Kirche in der Kirche“ befindet sich der Überlieferung zufolge genau über dem Grab Jesu.

INSIDER TIPP: GEBETSNACHT IN DER GRABESKIRCHE

Gebetsnacht in der Grabeskirche

Tipp: Gebetsnacht in der Grabeskirche in Jerusalem.Tipp: Gebetsnacht in der Grabeskirche in Jerusalem.Die Grabeskirche wird abends geschlossen. Doch auch während der Nacht beten die Mönche der verschiedenen Konfessionen hier weiter Gebete und setzen religiöse Rituale fort. Besucher haben die Möglichkeit, diese einzigartige Atmosphäre zu erleben, denn es ist auch Fremden erlaubt, die Nacht in der Grabeskirche zu verbringen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es fallen keine Kosten an.

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ÖFFNUNGSZEITEN UND KOSTEN DER GRABESKIRCHE

  • April bis September: 5 bis 21 Uhr
  • Oktober: 5 bis 20 Uhr
  • November bis März: 4 bis 19 Uhr

Eintritt frei